Tag Archives: Meeresfrüchte

Huhn mit Garnelen und Pak Choi

Diese kleinen Baby Pak Chois sind immer eine Verlockung. Es ist zwar auch der große Senfkohl durchaus wohlschmeckend, aber wie immer im Leben: die kleinen Zarten sind meistens im Vorteil.

Huhn mit Garnelen und Pak Choi

Huhn mit Garnelen und Pak Choi

Das gelingt am besten in einem richtig großen Wok mit Deckel: mit gebratenem Huhn, bissfesten Garnelen und ein paar Frühzwiebeln.

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Das GO für daheim

Die Küche von Simon Xie Hong kann man bequem im Go, das der innovative Nicht-Koch (nicht gelernte Koch) in der Wehrgasse im fünften Bezirk betreibt.

Nun kann man etliche Gerichte auch unter seiner Anleitung nachkochen:

Man kann sich in dem Buch Vienna Chinatown: Die neue China-Küche von Simon Xie Hong des Food-Journalisten Florian Holzer (Gault Millau, Falter) leicht überzeugen, dass Hongs Inspirationen keineswegs nur aus dem weiteren Asien stammen sondern auch die hier heimische Küche in ihren Strudel ziehen, etwa bei Ochsenschlepp in Rotwein und Vanille oder bei der Geschmorten Rehkalbschulter mit Räucherspeck und Knollensellerie.

Ganz und gar bezaubernd ist – wie im GO – die Palette an kalten und warmen Vorspeisen…

Trattoria all’Antica Mola – Venezia

Sie steht inzwischen in jedem Reiseführer, aber eben auch nach wie vor im Slow Food Guide Osterie d’Italia, was für konstante Qualität unbeindruckt vom Touristenstrom bürgt.

Nach wie vor stehen an der Theke der Trattoria all’Antica Mola die Menschen aus der Nachbarschaft auf eine ombra und tratschen mit dem alten Eigentümer oder scherzen mit der jungen Chinesin, die seit einigen Jahr hier das Service betreut. Familien feiern gerne hier mit einem ausgelassenen Weihnachtsdinner, man zelebriert ein mehrgängiges Mittagessen, ehe man weiter seiner Wege geht.

Nichts ist hier hektisch, man spürt förmlich, wie man auch noch im Vergleich zur ohnehin langsamen venezianischen Zeitempfindung gebremst wird.

Die Küche ist unprätentiös, bodenständig – man müsste sagen lagunenständig: es gibt Meeresfrüchte und Fisch, allem voran die unvergleichlichen Sarde in saor:

Darüber hinaus: herrliche Vongole in Weißwein, wie sich’s gehört mit frischer Petersilie und viel Knoblauch zubereitet, eine himmlische Zabaione mit flaumiger Panetone zum Abschluss. So kann man sich sogar Weihnachten gefallen lassen.

Zu finden ist sie abseits der Touristenpfade an der ruhigen Fondamenta degli Ormesini im Viertel Santa Lucia.

Besser. Einfach.

Wer sich in Venedig aufzuhalten gedenkt, wird gemeinhin davor gewarnt, dass die kulinarische Szene der Lagunenstadt in erster Linie geprägt wäre vom Touristennepp und astronomischen Kosten bei überschaubarer bis geringster Qualität, vorgetragen mit halbseidenem Schmäh. Und selbst wo man ordentlich essen könne, brenne man – im Sinne einer monetären Gästerasur.

Gut: das mag alles vorkommen, und nicht einmal selten, schließlich ist Venedig der Hotspot der touristischen Umtriebe Italiens – und so manches andere Land tut sich schwer, einen ähnlich hohen Grad an Kommerzialisierung und Frechheit überhaupt zu erreichen. Doch es ist auch eine Stadt mit kulinarischem Flair, mit bodenständiger Küche zu weniger als gutbürgerlichen Preisen. Es ist wie meistens auf dieser Welt eine Frage des gewußt wo.

Was also wäre naheliegender, als sich einem Führer anzuvertrauen. Doch die Erfahrung sagt, dass die Lokale, die in herkömmlichen Reiseführern genannt werden, ihren Eintrag in den wenigsten Fällen ihrer Qualität und Preiswürdigkeit verdanken, geschweige denn ihren kulinatischen Leistungen oder ihrer Authentizität.

Zum Glück bieten sich spezielle Cicerones an:

Machen wir den Anfang mit dem titelgemäß vielversprechenden Band Venedig genießen – 200 authentische Rezepte und Lokaltipps von Gerd Wolfgang Sievers, das überwiegend aus Rezepten besteht und nur einen sehr knappen Anhang mit den versprochenen Lokaltipps enthält. Unter diesen finden sich jedoch viele Lokalitäten, die entweder in der Serenissima notorisch sind wie Harrys Bar oder aber in jedem durchschnittlichen Reiseführer Aufnahme finden.

Als Kochbuch gut zu gebrauchen, ebenso zur Vorabinformation, was denn in Venedig abgesehen von Pizza und Pasta asciuta so auf den Teller kommt, sehr zu empfehlen. Als kulinarischer Wegbegleiter durch die feindliche Lokalszene aber von nur geringem Mehrwert gegenüber dem Reiseführer. Der wesentliche Gewinn besteht vielleicht noch darin, sich auf eine Küche mit viel Fisch und Meeresfrüchten einzustellen.

Von ganz anderem Kaliber ist da schon das unscheinbare Büchlein Besser. Einfach. des Wiener Autors Günter Schatzdorfer, der sich gerne mit dem Schauspieler Wolfgang Böck auf Entdeckungsreise begibt.

Seinem Untertitel gemäß versprechen die beiden Genussmenschen Eine kulinarisch-kulturelle Reise durch die Lagunen nach Venedig – und das halten sie auch. Der unangestrengte Plauderton trägt allerhand Wissenswertes und schlicht Interessantes vor, die ausgeprägte Liebe der beiden zu Speis’ und Trank führt denn auch in eine Vielzahl von Lokalitäten – auch wenn sie nicht lexikalisch gelistet und mit korrekten Adressen aufgeführt sind. Ein Reisehandbuch für Faule ist es nicht, eher ein ungewichtiger Schmöker, der so manches verrät, unter anderem eine Menge von einfachen Lokalen, in denen man zu geradezu lächerlichen Preisen hervorragend zu essen bekommt – und das nicht nur im venezianischen Hochpreiskontext.

Schatzdorfer und Böck entführen in Osterie, die mittags von Arbeitern oder Studenten frequentiert werden und nur ein oder zwei Gerichte anbieten, die dafür konkurrenzlos gut und billig, aber auch zu Wirtsleuren, die alte Traditionen und die mikrolokale Verankerung in ihren Vierteln noch pflegen, sich im besten Fall um eine einheimischenschonende Integration ihrer internationalen Gäste bemühen. Man lernt hier Gegenden kennen und schätzen, in denen einen der normale touristische Trampelpfad nicht führen würde, die dafür umso ehrlicher venezianisch sind. Es lohnt sich, das Buch mit Notizblock und Stadtplan bei der Hand zu lesen…

Als besonderes Goodie ist die kurze Venezianische Weinkunde anzusehen, die sich während meiner letzten beiden Aufenthalte ernstlich bewährt hat.

Ein Buch, auf das man bei Reisen zu unseren südlichen Nachbarn unter keinen Umständen verzichten sollte, ist der Slot Food-Führer Osterie d’Italia, momentan in der Ausgabe 2010/11:

Venedig sind in diesem voluminösen Verzeichnis preiswerter Gaststätten mit herausragender Küche nur einige wenige Einträge gewidmet, aber das reicht immerhin, um ein paar kulinarisch ertragreiche Tage zu beiden Seiten des Canale Grande zu verbringen.

Erkenntnis aus dieser Vor-Lese: es gibt erstens brauchbare Bücher zum Thema Kulinarik in Venedig und zweitens gute Chancen, beim Schlemmen keineswegs bankrott zu gehen, getreu dem Motto: Besser. Einfach. Ein ehrlicher Dank gebührt dafür Günter Schatzdorfer und Wolfgang Böck.

Spaghettini mit Kaviar

Eine deliziöse Kleinigkeit vorne weg – macht eindeutig Appetit auf mehr!

Spaghettini mit Kaviar

Recht simpel zuzubereiten, aber dennoch heikel: der Kaviar darf nur kurz von der Wärme der Nudeln auf Temperatur gezogen werden, keinefalls mit erwärmen! Die Kügelchen müssen beim Essen noch im Mund zerplatzen und ihr einzigartiges Aroma freigeben…
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Spaghetti zur falschen Jahreszeit

Spaghetti reminiscenza di primavera könnte man sie nennen – zu spät gekommener Frühling.

Alla primavera heißt schlicht mit frischen, knackigen Gemüsen – aber ganz geheuer ist einem das dann doch nicht, wenn man’s im Herbst auf die Karte setzt: zwar gibt es knackige Zucchini und noch vollreife Paradeiser – und die kleinen Scampi sind sowieso Ganzjahresgemüse.
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