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Zwei Vietnamesen

Diese Woche hat’s uns gleich zwei Mal zum Essen ins Restaurant verschlagen – und beide Male zu einem Vietnamesen.

Das eine Mal waren wir im Tata am Eck Schottenfeldgasse/Seidengasse – zufällig in der Gegend einen Termin absolviert und die Idee für gut befunden. Das Essen dann auch.

Ausgesprochen gut die BANH XEO, knusprige Reismehl-Palatschinken gefüllt mit Garnelen, Rind und Sojasprossen, oder BO GION, wirklich knuspriges Rindfleisch mit ein Wenig Schärfe.

Grade heute abend war’s dann das Pho & Saigon Market: wiederum BANH XEO, aber noch besser, geradezu ein Gedicht! Die nicht allzu üppige Karte bietet in erster Linie Küche aus der Region Hué, und das bedeutet: viel Fisch. Geschmeckt hat alles, von Ente bis Wolfsbarsch, phantastisch. Klare Empfehlung!

Will man im stadtnahen Bereich des Dritten Bezirks sommers draußen sitzen, wird’s echt eng. Es gibt wohl ein paar Schanigärten an stark befahrenen Strassen, ein paar alteingesessene Wirtshäuser mit entsprechend wenig einladender Karte – und das Gasthaus Wild: hier lässt es sich bequem sitzen in der heißen Stadt, der Platz ist weiträumig und luftig genug, um noch ausreichend Luft zu kriegen.

Dabei kann man aus einer reichhaltigen Karte überraschende Schmankerl wählen.

Eierschwammerl-Leberkäs

Eierschwammerl-Leberkäs

Was soll ich sagen? Das Grobschlächtige des Leberkäs wird elegant domestiziert von den kleinen Eierschwammerln im Brät.

Leider ist der Zwiebel-Senf, zwar hausgemacht, aber neben dem Leberkäs viel zu phantasielos, eine banale Mischung aus Tubensenf und rohen Zwiebeln. Auch das Brot, hundsnormales Hausbrot mit Olivenöl gebräunt, lässt deutlich zu wünschen übrig. Man kann jedoch darüber hinweg sehen: der Leberkäs versöhnt mit allem, was man ja eh weglassen kann.

Dennoch einer der Plätze, an denen sich’s gut sein lässt.

I Carusi

Der Versuch im The Bangkok sozusagen im Vorbeigehen eine Ente zu entern, war leider nicht von Erfolg gekrönt. Ohne Reservierung: njet!

Ausweichshalber sind wir sodann im I Carusi zwei oder drei Ecken weiter gelandet: ein auf gediegen hergerichtetes Ristorante mit Pizza. Und da ich sowieso grad länger keine Teigfladen hatten, hab’ ich’s also hier probiert.

Die Auswahl an Pizzen liegt zwischen eher traditionell und wenig inspiriert. Aber was es gibt, ist gut: knuspriger, dünner Boden, wenig Belag, dafür feine Zutaten – also kein Wasserschinken, kein Klumpkäse, von Ärgerem ganz zu schweigen. Vor allem der kleine Salat kommt schlicht aber ehrlich daher; richtige verdura cruda… Salatblätter, nicht zu große, frische Karotten, Gurken – auf die saisonal bedingt nicht wirklich ausstehlichen Paradeiser hätt’ ich aber getrost verzichten können. Und: der Salat kommt ohne Dressing, man darf selber mit einem halbwegs erträglichen Olivenöl und einem leichten Rotweinessig Hand anlegen.

Insgesamt ein rundes Mahl, man kann in Wien deutlich schlechter dran kommen beim Pizzieren. Einen Umweg tät’ das Lokal aber auch keinen lohnen.

 

 

The Bangkok – Thai Restaurant

[Kurznotiz] Ja ja, wieder ein neuer Asiate. Zumindest ich war vorher noch nicht da. Aber dann die Überraschung: eine Knusprige Ente mit rotem Curry, wie ich sie noch nie, nie vorher gegessen habe…

The Bangkok, Thai Restaurant, Wien 7

The Bangkok, Thai Restaurant, Wien 7

Da komm ich nochmal her. Mehr davon beim nächsten Besuch.

Zwar beengt, aber erstaunlich gut

Ich hätt’ ja einiges verwettet, dass der Plachutta auf der Wollzeile sich vor dem Ansturm der Touristen inzwischen ins Banale gerettet hat. Umso erstaunlicher war’s dann, mit Geschäftsfreunden dort zu speisen – ja, das Wort ist angebracht. Dem Trubel geschuldet ist einzig das mehr als beengte Platzangebot, die Gäste sitzen wie die Legehennen; also ein klarer Fall von nicht artgerechter Gästehaltung. Und das wird auch der Grund sein, warum ich das Lokal so schnell nicht wieder beehren werd’.

Aber die Küche war gelinde gesagt sensationell, kompromisslos bodenständig, ohne übertriebene Schnörkel, astreine Handarbeit. Ich komm’ ins Schwärmen.

Man zelebriert das Rindfleisch, und das fängt schon – wie bei Plachuttas üblich – bei der Auswahl der Stücke an: vom namensgebenden Tafelspitz abgesehen kann man aus einer wohl 15 Stücke umfassenden Liste wählen, vom Mageren Meisel über Herren- und Kruspelspitz bis zum Beinfleisch bietet sich selbst dem einheimischen Connaisseur reichlich Qual der Wahl. Und die Liste der Beilagen ist schlicht vollständig. Klar hat das alles seinen gar nicht verschämten Preis, aber es ist jeden Zehner wert.

Aber auch das Wiener Schnitzel vom Kalb war mehr als anständig, ganz und gar tadellos, der dazu gereichte Erdäpfelsalat geradezu vorbildlich. Das kriegt man in Wien sonst nicht mehr so bald wo in vergleichbarer Qualität. Da hat sich selbst in gehobenen Häusern schon zu sehr der Convenience-Gedanke Bahn gebrochen. Aber gut, um den Preis darf man wohl auch saubere Arbeit erwarten.

Allerfeinst auch das Beef Tartare. Man findet’s nur noch selten auf der Karte, die große Mode scheint vorbei – was der Delikatesse aber keinerlei Abbruch tut.

Leider trifft das bei uns ubiquitäre Angebot an Ottakringer Bier so gar nicht meinen Geschmack. Es war zwar sauber gezapft, aber es bleibt halt doch ein Ottakringer. Wahrscheinlich merkt man daran, dass ich erst dreißig Jahr’ in Wien bin, ich kann mich noch an das Gute aus der alten Heimat erinnern…

Fundgrube für passionierte Frühstücker

Nicht umsonst nennen sie sich Die Früchstückerinnen – es ist ganz und gar phantastisch, was da für eine kulinarische Herkulesarbeit – oder muss man sagen: Herkulinenarbeit? – drin steckt, das (ziemlich) komplette Angebot in und um Wien abzufrühstücken.

Ich suche öfter mal eine zündende Idee für einen morgendlichen Business-Termin. Da kann ich mir jetzt nur gratulieren, dass ich die Frühstückerinnen gefunden hab… Danke vielmals!

Die Kasjaus’n nach dem Markt

Leider neige ich beim Schlendern übern Karmelitermarkt ganz außerordentlich dazu, von all den Leckerbissen auch zu kaufen.

Besonders der Käs hat’s mir angetan… Und wer weiss schon, wie lang wir jetzt wieder auf ein Wetter wie dieses warten müssen?

DAMOA – Insel in der Beton- und Glaswüste

Schön ist das ganze ja nicht – oder nur auf den Fotos auf der Homepage – dafür sorgt schon die neuerdings nicht mehr Hilton- sondern Raiffeisen-Passage genannte Umgebung, nichts anderes als ein Durchgang von der Landstrasse Wien Mitte zum Raiffeisengebäude und seinem sündhaft hässlichen Parkhaus.

Die ganze Gegend ist ja eine einzige Baustelle, und was da errichtet wird, verheißt rein gar nichts Gutes: in all dem Beton und Glas wird vermutlich ein Gourmet Spar das Höchste der Gefühle sein – schade um die Markthalle, die diesem städtebaulichen Kahlschlag zum opfer gefallen ist. Aber kann man was dagegen tun? Nein.

Das Damoa aber ist, wenn man sich mit der grauslichen Gegend abfinden kann, ein Lichtblick. Es hat kein Flair, aber es ist immerhin auch keiner von den London style Asiaten, die mehr Wert auf Design und geschmalzene Preise denn auf gutes Essen legen, und auch kein mit allerhand Plastikramsch auf gemütlich getrimmtes Familienrestaurant. Es ist was es ist: ein Diner in des Wortes bestem Sinn, schlicht möbliert, aber nicht ungemütlich zum Sitzen, dafür mit einer Speisekarte, in der die Auswahl der meisten anderen Asia-Restaurants deutlich übertroffen wird.

Die Tom Yam Gung ist zwar nicht, wie angepriesen, ernstlich scharf, aber das ist wohl dem allgemeinen mitteleuropäischen Geschmack geschuldet; sie ist immerhin sehr gut! Auch beim gekühlten Tofu mit rohem Thunfischtatar gibt es nichts zu meckern, dezenter frischer Tofu, frischer Fisch sowieso. Die Vorspeisen sind mengenmäßig nicht eben knapp gehalten und dabei noch preiswert.

Die Thai-Curries erweisen sich als schmackhaft, wenn auch nicht ganz so urwüchsig wie im Bhung Bui.

Man muss nicht extra von weit her anreisen, aber für alle, die in der Nähe zu tun haben, ist das Damoa ein Lichtblick in der sonst nicht gerade einladenden gatronomischen Landschaft von Wien Mitte…

Ein Asiate mit Wohnzimmerqualitäten – und überraschender Küche

Wien hat seit einigen Jahren in Simon Xie Hong einen neuen Star der asiatischen Küche. Sein Restaurant ON ist inzwischen zu einem Ort unprätentiöser kulinarischer Überraschungen geworden. Mit den Kolleginnen von den Österreichischen Food Bloggern sind wir auf ein Testessen eingefallen – und es war phänomenal! Küche wie Lokal sind wahrlich zum Wiederkommen…

Das ON ist in die Räumlichkeiten des ehemaligen Podium in der Wehrgasse 8 im fünften Bezirk gezogen – aber das ist jetzt schon zwanzig Jahre oder so her, seit ich dort ums Eck gewohnt habe und es mein Stammlokal war.

Das ON folgt einem einzigartigen Konzept: es ist weder ein traditioneller Asiate mit Dingdong-Musik und diesen albernen Lampions, noch ein cool gestylter Asiate nach Londoner Schablone – es ist mehr ein typisch Wiener Beisl. Das macht es schon beim Eintreten gemütlich – Marke verlängertes Wohnzimmer. Obendrein sind die Weinkarte umfangreich und die Bedienung kompetent; ideale Ingredienzien für einen gelungenen Abend.

Nicht anders die Küche: manches mutet klassisch chinesisch an und erweist sich dann etwas anders, aber immer pfiffig gewürzt. Schärfe darf offenbar sein, hält sich aber gekonnt jenseits der Brutalität. Nichts von den vielen Gerichten, die wir verkosten konnten, ließ sich in die langweilige Reihe der anderen Chinesen dieser Stadt einreihen, selbst das Gan Bien Rindfleisch: ein Gericht, das ich lieben könnte, wenn es denn ab und zu eins gäbe, das es lohnte. Und im ON lohnt es sich! Das ist nach der Ausstattung der zweite große Pluspunkt.

Unter den zahllosen Vorspeisen sind mir ein exzellentes Fischtatar sowie ein Grüne Papaya-Salat mit überraschender Note von Fischsauce besonders in Erinnerung geblieben, sowie ein zart geschmortes Rindsbackerl in hauchdünnen Scheiben – kalt serviert. Das ist traditionell, aber eben kunstfertig aktualisiert. Außerdem ein Salat aus geräuchertem Tofu und Stangensellerie, der einfach fabelhaft harmoniert hat.

Die Hühnerleber mit Lauch war butterweich und zart, raffiniert aromatisiert. Obwohl ich sonst kein großer Freund von Leber bin: auf der Karte habe ich auch Sautierte Lammleber mit koreanischer Birne entdeckt: die sollte ich bei einem nächsten Besuch aber wirklich ausprobieren.

Eine Dorade im Ganzen mit Gemüsen und Kräutern zeigt, dass die in der Tageskarte ausgelobten Fjordforelle zweifellos ein Versprechen ist. Auch die Calamari mit Wok-Gemüse und handgezupften Nudeln – wie einst beim Nudelmeister in Hietzing – lassen sich als Gedicht beschreiben.

Die Geschmorten Melanzani sollen vorzüglich gewesen sein, die wurden aber mir nix dir nix von den vegetarischen Kolleginnen verputzt, sodass ich nicht mal mehr ein Futzerl zum Kosten gekriegt habe. Trotzdem: mir hat’s offensichtlich geschmeckt. Ein Lokal mit Suchtfaktor – eben wegen der Wohnzimmerqualitäten! Und dass ich in der Wehrgasse 8 gerne hängen bleibe, hat ja schon Tradition…

Quinoa-Salat auf steirisch – ein Rezept vom Wrenkh

Bei meiner ersten Teilnahme am Food Bloggers Austria Treffen gab es nicht nur viele nette Leute kennen zu lernen – es gab auch ein vollwertig orientiertes Dinner im Wrenkh in der Wiener Innenstadt. Mein Favorit daraus: Quinoa-Salat in steirischer Interpretation.

Das Foto ist halt nur vom Handy, aber wer sitzt schon gern im Lokal und hantiert mit der Nikon? Zuerst aber mal das Rezept, mehr zum Blogger-Treffen und zum Wrenkh danach…
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